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Heinrich Zille

Radeburg 1858 - Berlin 1929


Am 10. Januar 1858 wird Heinrich Zille als Sohn des Uhrmachers und Grobschmiedes Johann Zill (bis 1854, dann: Zille) in Radeburg bei Dresden geboren. Nach dem Umzug der Familie nach Berlin im Jahr 1867 und nach Beendigung seiner Schulzeit nimmt Heinrich Zille 1872 eine Lehre aus Lithograph auf.
Daneben lässt sich Heinrich Zille von Theodor Hosemann in Malerei und Illustration ausbilden. Nach Ende der Ausbildung bekommt Heinrich Zille eine Gesellenstelle bei der "Photographischen Gesellschaft", einer grafischen Werkstatt, die vor allem Gebrauchsgrafik und Trivialkunst produziert, und bei der er 30 Jahre angestellt bleibt.
Etwa ab 1890 beginnt Heinrich Zille mit der ernsthaften Produktion eigener künstlerischer Arbeiten. Er schafft zahlreiche Zeichnungen und Radierungen zu unterschiedlichen Themen, darunter oft sozialkritische Thematiken. Ab 1894 nimmt Heinrich Zille zahlreiche Fotografien mit Szenen aus den Berliner Straßen, von Volksfesten und aus den Ateliers befreundeter Künstler auf. Durch die Freundschaft mit Max Liebermann, August Gaul und Käthe Kollwitz kommt Heinrich Zille mit den Künstlern der Berliner Sezession in Kontakt, 1903 wird er Mitglied in dieser Künstlervereinigung und stellt seine Arbeiten regelmäßig in den Ausstellungen aus.
In dieser Zeit arbeitet Heinrich Zille vorrangig als Zeichner für Publikationen wie den "Simplicissimus", die "Lustigen Blätter", "Jugend" und "Ulk". 1907 wird Heinrich Zille aus der "Photographischen Gesellschaft" entlassen und lebt fortan als freier Künstler. 1913 gründen 40 Künstler, die aus der "Berliner Sezession" austreten, die Vereinigung "Freie Secession", Heinrich Zille wird deren Vorstandsmitglied. Der Ehrenpräsident dieser Vereinigung wird Max Liebermann, der wiederum dafür eintritt, dass Heinrich Zille 1924 in die Akademie der Künste aufgenommen und zum Professor ernannt wird.

1913 erscheint Zilles Bildband "Mein Milljöh", und die Zyklen "Berliner Luft" und "Hurengespräche", die Zille berühmt machen. In seinen Arbeiten zeigt der "Pinselheinrich" genannte Zille Themen aus dem Berliner "Milljöh", das er liebevoll und sozialkritisch darstellt. Seine Figuren und Szenen stammten vornehmlich aus der sozialen Unterschicht beziehungsweise aus Randgruppen und den Berliner Mietskasernen. Den Höhepunkt seiner Popularität erreicht Heinrich Zille mit der Ausstellung "Zilles Werdegang" im Märkischen Museum Berlin, die zu seinem 70. Geburtstag realisiert wird.
1929 stirbt Heinrich Zille in Berlin und wird auf dem Stahnsdorfer Friedhof bei Potsdam beigesetzt. In öffentlichen und privaten Sammlungen in der ganzen Welt werden die Werke Heinrich Zilles aufbewahrt. Mit dem Heinrich-Zille-Museum in Berlin wurde 2002 endlich ein ständiger Ausstellungsort für "diesen Mann, der die reinste Inkarnation Berlins verkörpert" (Kurt Tucholsky) geschaffen.


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